Viele Gemeindeglieder fragen sich derzeit, warum die Glocken unserer Kirche schweigen und warum am Kirchturm scheinbar noch nichts passiert. Tatsächlich laufen im Hintergrund bereits seit geraumer Zeit zahlreiche Vorbereitungen, die notwendig sind, um die Sanierung unserer Kirche auf eine sichere und solide Grundlage zu stellen.

Ein wichtiger Meilenstein ist dabei bereits erreicht. Im Evangelischen Kirchenkreis Solingen wurde in den vergangenen Monaten die sogenannte Gebäudefrage diskutiert und ein Konzept zur Zukunft der Gebäude erarbeitet. Gemeinsam mit den Kirchengemeinden wurde geprüft, welche Gebäude auch langfristig – über das Jahr 2035 hinaus – für das kirchliche Leben benötigt werden. Die Synode hat inzwischen beschlossen: Unsere Walder Kirche soll auch in Zukunft Mittelpunkt des Gemeindelebens bleiben. Damit ist klar, dass sich die notwendigen Investitionen in ihren Erhalt lohnen und die nächsten Planungsschritte nun konsequent weiterverfolgt werden können.
Die eigentliche Sanierung unserer Kirche wird nach derzeitigen Schätzungen rund 3,5 Millionen Euro kosten. Damit handelt es sich um eines der größten Bauprojekte, das unsere Kirchengemeinde jemals durchgeführt hat. Ein Vorhaben dieser Größenordnung verlangt eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Umso mehr freut sich das Presbyterium freut sich darüber, dass die Denkmalstiftung Walder Kirche e.V. weiterhin Spenden sammelt und damit die Gemeinde finanziell bei dem Erhalt des 1000 jährigen Turms unterstützt.

Auslöser der Sanierung sind statische Mängel, die bei Untersuchungen am Kirchturm festgestellt wurden. Aus Sicherheitsgründen mussten deshalb die Glocken außer Betrieb genommen werden. Auch das Turmkreuz musste aus diesem Grund in einer aufwendigen Aktion abgebaut und sicher eingelagert werden.

Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können, sind zahlreiche Vorgaben der Landeskirche zu erfüllen. Diese dienen dazu, ein Projekt dieser Größenordnung finanziell verantwortungsvoll vorzubereiten. Dazu gehört unter anderem die Auswertung der aktuellen Jahresabschlüsse, um die finanzielle Leistungsfähigkeit unserer Kirchengemeinde realistisch einschätzen zu können. Ebenso wird für alle Gebäude, die dauerhaft im Eigentum unserer Gemeinde verbleiben, der zukünftige Investitionsbedarf ermittelt. Gleichzeitig werden die Gebäude daraufhin bewertet, welche Investitionen für ihren Erhalt und ihre schrittweise klimaneutrale Ertüchtigung erforderlich sind.
Erst wenn diese Gesamtschau vorliegt, kann die Finanzierung der anstehenden Maßnahmen verlässlich geplant werden.

Parallel dazu werden bereits die nächsten Schritte vorbereitet. Der Kontakt zu einem erfahrenen Planungsbüro ist bereits hergestellt. Sobald alle erforderlichen Grundlagen vorliegen, kann die Detailplanung beauftragt werden. Viele Arbeiten werden schon jetzt parallel erledigt, um keine unnötige Zeit zu verlieren.
Dennoch lassen sich manche Abläufe nicht beschleunigen. Genehmigungsverfahren benötigen ihre Zeit, ebenso die Ausschreibung und Beauftragung spezialisierter Fachfirmen. Gerade bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung ist eine sorgfältige Planung jedoch der beste Weg, spätere Überraschungen und zusätzliche Kosten möglichst zu vermeiden. Jeder Schritt, der heute gründlich vorbereitet wird, trägt dazu bei, dass die eigentliche Bauphase reibungsloser und wirtschaftlicher verläuft.

Auch wenn derzeit noch keine Baugerüste am Kirchturm stehen und unsere Glocken weiterhin schweigen, wird im Hintergrund intensiv gearbeitet. Unser gemeinsames Ziel ist es, unsere Kirche für die kommenden Generationen zu erhalten – als Ort des Glaubens, der Begegnung und der Gemeinschaft. Mit Geduld, einer sorgfältigen Planung und Gottes Segen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass dieses bedeutende Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann.

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